Bericht aus der RNZ vom 24.09.2007, freundlicherweise zur Verfügung
gestellt von Herrn Robert Wieser
Simultan Schachturnier gegen Großmeister
Walldorf. (Wie) Zu
einem ganz besonderen Ereignis hatte der Schachverein 1947 Walldorf im Rahmen seines 60-jährigen Bestehens
die interessierte Bevölkerung auf Samstag, den 22. September eingeladen:
Der internationale Schachmeister Arik Braun spielte in einem Simultankampf
gegen 30 Gegner. Die Veranstaltung, die in der Kundenhalle der Filiale Walldorf
der Sparkasse Heidelberg, die die Veranstaltung unterstützt, durchgeführt
wurde, fand erfreulichen Zuspruch. Es kam zu ihr, weil anlässlich der
Schacholympiade 2008 in Dresden die aktuellen Nationalspieler und die
Jugend-Olympiamannschaft eine bundesweite Simultantournee
durchführen, um das Interesse für das königliche Spiel zu vergrößern:
Der rührige Walldorfer Schachverein bemühte sich mit
seinem ersten Vorsitzenden Peter Schell um den Zuschlag für einen Termin, hatte das
„Glück der Tüchtigen" und es herrschte zum Beginn die unbeschreibliche Spannung, die aus dem leider so
seltenen Zusammentreffen von Geist und Spiel entsteht. Beide Komponenten
machen so eigentlich das Menschentum aus. Der Wichtigkeit des Anlasses bewusst,
war vom Deutschen Schachbund das Präsidiumsmitglied Ernst Bedau dabei. Für die
gastgebende Sparkasse Heidelberg begrüßte Regionaldirektor und
stellvertretendes Vorstandsmitglied Michael Thomeier die Besucher und ging
kurzweilig auf die Geschichte des Schachspiels ein, das in den Jahrhunderten
nach Christi Geburt in Indien entstand. Grußworte für Stadtverwaltung und
Gemeinderat sprach Klaus Winnes, stellvertretender Bürgermeister und Stadtrat.
Vorstand Schell artikulierte den Dank des
Vereins an die Sparkasse und gab einen Bericht über die Entwicklung des
Vereins. Arik Braun schließlich sprach über die Vorbereitungen zur
Schacholympiade - nachdem er die Abitur-Prüfung hinter sich hat, kann er sich
verstärkt auf die kommende große Aufgabe konzentrieren.
Er
wurde 1988 geboren und gilt als schwäbisches Wunderkind im Schach. Bereits mit
fünf Jahren erlernte er von Vater Martin, einem Vereinsspieler, und Mutter
Renate das königliche Spiel. In verschiedenen Altersklassen wurde er mehrfach
Deutscher Jugendmeister. 2003 errang er den Titel eines Internationalen
Meisters, 2005 wurde er Internationaler Deutscher Jugendmeister und 2006
Jugendweltmeister in der Wertungsklasse U18. Er ist Mitglied der Junioren-Nationalmannschaft und der
Jugend-Olympiamannschaft. Ein wirklich sympathischer junger Mann, der,
bei aller Konzentration, mit der er an das Spiel heran ging und die sich
natürlich auch äußerlich niederschlägt, doch
den beruhigenden Eindruck macht, dass er Schach „spielt" und nicht, um einen verwegenen Ausdruck in
den Sprachschatz einzuführen, wie viele an Jahren ältere Meister „ernstet".
Aus
den Angaben von Vorstand Schell ist eine ständige Aufwärtsentwicklung des
Vereins zu erkennen. Im Gründungsjahr 1947 nahm man bereits erstmals an der
Verbandsrunde teil, 1973 begann die Jugendarbeit und 1987 wurde die 1.
Süddeutsche Einzelmeisterschaft durchgeführt. Aufstiege gab es 2000 der ersten
Mannschaft in die Verbandsliga, 2003 der Frauenmannschaft in die zweite
Bundesliga, die 2005 Deutscher Mannschaftsblitzmeister wurde und im gleichen Jahr
in die erste Bundesliga aufstieg. 2005 gab es eine Simultanveranstaltung in
Walldorf mit dem Weltmeister 2000 Viswanathan Anand.
2006 gab es ein IM-Normturnier für Frauen und Männer mit jeweils 10 Teilnehmern
in Walldorf und im jetzigen Jahr 2007 sind erstmals sechs Mannschaften
aktiv - insgesamt zählt man weit über 70 aktive Mitglieder.
Der IM spielte bei allen Brettern mit Weiß die
verschiedensten Eröffnungen. Es ergaben sich interessante Mittelspiele und auch einige Endspielstellungen,
an denen „herumgeknabbert" wurde. Als Ergebnis
nach rund fünf Stunden Spielzeit konnten die Walldorfer
mit Manfred Brucker und Oliver Mairon zwei Sieger und drei Remis durch Carlos Hauser,
Peter Barker und Reiner Schnorrberger einheimsen. Alles in allem ein
wunderschöner, ereignisreicher und in jedem Fall für das königliche Spiel
erfolgreicher Nachmittag, der zu einem würdigen Bestandteil des 60-jährigen
Vereinsjubiläums wurde.