Walldorfer Heimspielwochenende endet mit großer Enttäuschung

 

Die Walldorfer Schachdamen haben Kurs auf die 2.Liga genommen. Dies ist das Fazit der 3.Doppelrunde in dieser Saison. Mit zwei Niederlagen am vergangenen Wochenende gegen Halle und Pankow rutschte das Team auf Rang 11 zurück. Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt zwar nur zwei Punkte, doch angesichts des Restprogramms und der personellen Situation ist schon gewisser Pessimismus angesagt. Dass es auch anders laufen kann sieht man am Karlsruher Team, welches mit nominell schwacher Aufstellung gegen Kiel und Hamburg drei Punkte holte. Doch bei uns ist im Moment einfach auch der Wurm drin.

 

Schauen wir uns das vergangene Wochenende an.

 

Am Samstag gegen Halle war klar, dass nur Aussenseiterchancen bestehen würden. Als dann noch die Aufstellung der Gäste bekannt wurde, reduzierten sich die Hoffnungen auf zumindest einen Punkt noch mehr. In Topbesetzung trat der vor der Runde von der Volksbank Halle großzügig unterstütze Geheimfavorit an und rechtfertigte auch seine Favoritenrolle. Ohne jetzt bis zum letzten im Detail auf die einzelnen Partien einzugehen lief dann aber auch fast alles zugunsten der Gäste. Ekaterina Moiseeva stellte früh eine Figur ein, kämpfte noch bis zur Zeitkontrolle, musste dann die Segel streichen. Heike Vogel spielt wie immer sehr angriffslustig, übersah jedoch eine Abwicklung und musste froh sein, nur mit einem Bauernminus rauszukommen. Doch mit fortschreitender Partie gewann das schwarze Läuferpaar an Stärke und brachte die entscheidenden Vorteile. Dafür sah es bei Monika Seps nicht schlecht aus, ebenso bei Polina Zilberman. Elena Hess gab zwei Figuren gegen Turm und Bauer, doch auf Dauer war dies zu wenig. Pech dann bei Manuela Mader, die gut verteidigte, sich aus der gedrückten Stellung befreite und eine ausgeglichene Partie auf dem Brett hatte. Doch in beidseitiger Zeitnot stellte sie einen wichtigen Zentrumsbauer ein, der langfristig die Partie kostete. So war letztendlich der schöne Sieg von Polina gegen Anna Sharevich und das Remis von Monika gegen Tatiana Kononenko nur Ergebniskosmetik. Es bestand nie wirklich eine richtige Chance, aber ein 2:4 oder etwas knapper war durchaus möglich.

 

Leider rissen die Hiobsbotschaften nicht ab. Nach Marie Sebag, die kurzfristig absagen musste (glücklicherweise sprang Monika dafür ein), musste auch Larissa für Sonntag krankheitsbedingt absagen. Sie sollte eigentlich Elena Hess ersetzen, die nur für Samstag zur Verfügung stand.

 

So mussten alle ausser Monika aufrücken, und an Brett 6 kam Alissa Berger zu ihrer 3.Saisonpartie.

 

Und Alissa hielt sich tapfer, verteidigte sich geschickt, um dann in Zeitnot zum Gegenschlag auszuholen. Als die Partie eine positive Wendung zu ihren Gunsten brachte, stellte Alissa die Partie in großer Zeitnot einzügig ein. Das Los vieler Schachspieler, jeder kennt es. Und statt einem Remis oder gar Sieg war die Partie komplett weg. Da kurz zuvor auch Ekaterina an Brett 5 die Segel streichen musste, stand es 0:2. Und die Aussichten waren nicht gut. Heike Vogel, wie immer mit viel Angriffslust, konnte zwar Druck auf den Königsflügel aufbauen, aber keinen entscheidenden Vorteil erlangen. Zwischenzeitlich dann der Anschluss durch Manuela Mader, die die Dame gegen Turm und 2 Leichtfiguren gab und den großen Raumvorteil in Verbindung mit einem Freibauern auf der h-Linie zum Sieg verwertete. Bei Monika Seps kam es beidseits zu hochgradiger Zeitnot. Sie stand nicht gut, doch die Gästespielerin fand nicht den Gewinnweg. Als beide nur noch Sekunden für 5, 6 Züge hatten, verließen die Pankower Spielerin die Nerven, die Zeit lief ab. Zu dieser Phase hatte Monika schon wieder ein leichtes Gegenspiel aufbauen können. Doch leider kam dieser Erfolg zu spät, da Polina Zilberman in ausgeglichener Stellung in Zeitnot eine Figur einstellte. Es stand 2:3, und Heike hatte ein Remisendspiel auf dem Brett, Gewinnversuche waren zwecklos. Somit stand die 2,5:3,5 Niederlage gegen Pankow fest.

 

Wie geht es nun weiter?

 

Anfang März geht es wieder nach Stuttgart, dort warten Karlsruhe und Baden-Oos. Die Karlsruher stehen sicher im oberen Mittelfeld und können locker aufspielen. Baden-Oos wird seine Chance auf den Titel nutzen wollen und entsprechen stark aufstellen (bei dem Kader gibt es auch keine andere Möglichkeit). Für den Klassenerhalt wird man noch mindestens 4 Punkte brauchen, die werden wohl an diesem Wochenende nicht drin sein. Vielleicht gelingt gegen Karlsruhe eine Überraschung, aber Baden-Oos ist wohl zu übermächtig.

 

Die abschließende Runde in Kiel könnte je nach Verlauf der nächsten Doppelrunde schon zu einer Kaffeefahrt werden, hoffen wir es nicht.