1. Bundesliga-Wochenende der
Saison 2005/06 in Zeulenroda
Es war einmal ein badischer Verein, der wollte eine Damenmannschaft melden... Larissa Dergileva und Tanja Bach bildeten das Fundament der Mannschaft. Noch ein wenig herumgefragt, Werbung gemacht und weitere Damen überzeugt – damit begann die Geschichte der Damenmannschaft des SV Walldorf. Nach zwei Jahren Regionalliga war der Aufstieg in die 2. Frauenbundesliga geschafft und von dort ging es dann in großen Schritten weiter: Klassenerhalt und in der Saison danach dann der Aufstieg in die Königsliga, pardon Königinnenliga des Frauenschachs. „1. Bundesliga – wir kommen!“ wurde nun umbenannt in „1. Bundesliga – wir sind da!“
„1. Bundesliga“ – das hört sich wirklich gut an, vor allem mit der Verstärkung vorn mit klangvollen Namen wie Cmilyte, Sebag und Micic. Eine Mannschaft mit 8 Titelträgerinnen, davon 5 WGM und einem ELO-Schnitt von beinahe 2250. Das kann sich sehen lassen! Also keine Angst vor bekannten Gegnerinnen, ran ans Brett.
Ende Oktober war es dann so weit: Das erste Wochenende mit den Spielen gegen den Dresdner SC und die Rodewischer Schachmietzen stand zu Hause bei unserem Reisepartner Zeulenroda an. Die Aufstellung lautete Belic (früher Micic), Dergileva, Hess, Zilberman, Barpiyeva, Mader und als Ersatzspielerin war auch noch Berger vor Ort. Aus Baden startete ein Auto, ein weiteres aus dem Ruhrpott – und alles ging gut bis Gotha. Da trat dann ein Motor in den Streik und versetzte die ganze Mannschaft in helle Aufregung. Die Rettung war dann nur ein Taxi und so stand die Mannschaft kurz vor Spielbeginn komplett im Spiellokal – Aufatmen!
Und da saßen sie dann, die Gegnerinnen: Paehtz, Zawadzka, Jackova, Hagarova, Muzychuk und Schöne. Eine harte Nuss, die leider nur unser 3.Brett Olena Hess schaffte zu knacken, nah dran waren aber auch Larissa Dergileva und Polina Zilberman an Brett 2 und 4.
Trotz der 2:4-Niederlage war die Moral der Mannschaft nicht gebrochen: Beim gemeinsamen Abendessen in einem gut bürgerlichen Lokal in der Innenstadt mit Thüringer Rostbrätl wurden schon die nächsten Gegnerinnen ins Visier genommen.
Am nächsten Morgen kamen die Schachmietzen zum Vortag unverändert: Gaponenko, Vasilevich, Pokorna,
Korenova, Steinbacher, Günther – nicht unschlagbar, aber auch nicht von
schlechten Eltern. Entsprechend war der Mannschaftskampf – abwechselnd wurden
Siege (Mader und Zilberman), Remis (Hess) und Niederlagen gemeldet und am Ende
spielte nur noch Larissa Dergileva gegen die ukrainische Großmeisterin bei
einem Stand von 2,5 zu 2,5. Würde das der erste, gar ein doppelter Punktgewinn
für die Walldorfer sein? Leider nicht, der Freibauer gab den Ausschlag und
korrektes Spiel führte zum Sieg von Vasilevich und damit auch zum Verlust der
Badenerinnen.
Traurig über die
knappe Niederlage wurde dann der Heimweg angetreten. Doch trotzdem hat das
Wochenende in Thüringen eines gezeigt: Wir müssen uns vor den vermeindlich
Großen nicht verstecken!
Alissa Berger